
Ein Monat nach dem Start ist unsere erste Kollektion weitgehend ausverkauft: Die Shirts sind bis auf die Größen S und XS weg, bei den Sweatshirts ist mit XL die erste Größe vergriffen und auch die übrigen werden knapp. Der wichtigste Teil dieser Geschichte ist jedoch die Lieferkette dahinter.
Wer heute ein Kleidungsstück kauft, kann dessen Weg fast nie zurückverfolgen. Von den 250 größten Modemarken der Welt legt nur gut die Hälfte offen, in welchen Betrieben ihre Kleidung genäht wird (Fashion Transparency Index 2023). Eine Stufe tiefer, bei Spinnereien, Färbereien und Faseranbau, reißt die Auskunft fast vollständig ab: Ihren Wasserfußabdruck auf Rohstoffebene legen nur 4 Prozent der Marken offen.



Unsere Kollektion entsteht bei manomama in Augsburg. Sina Trinkwalder hat den Betrieb 2010 gegründet und stellt gezielt Menschen ein, die der Arbeitsmarkt aussortiert: Alleinerziehende, Ältere, Menschen ohne Berufsabschluss. Zugeschnitten und genäht wird in Augsburg. Garn und Gestrick kommen aus deutschen Betrieben und werden GOTS-zertifiziert gefärbt, nach einem Standard, der Chemikalieneinsatz, Abwasser und soziale Mindestkriterien in der Verarbeitung prüft.
Beim Material sind wir einen ehrlichen Kompromiss eingegangen. Das Sweatshirt besteht zu 70 Prozent aus recycelter Baumwolle, also mechanisch zerfaserten Textilresten, deren Fasern dabei kürzer werden. Die übrigen 30 Prozent frische Bio-Baumwolle geben dem Garn Stabilität; sie wächst im Regenfeldbau in der Türkei, ohne künstliche Bewässerung. Das Shirt besteht vollständig aus Bio-Baumwolle. Wie selten das ist, zeigt eine Zahl: Weniger als 1 Prozent aller Fasern weltweit stammt aus recycelten Alttextilien (Textile Exchange 2025).

Die Politik bewegt sich in dieselbe Richtung, nur langsamer als angekündigt. Seit dem 19. Juli 2026 dürfen große Unternehmen in der EU unverkaufte Kleidung nicht mehr vernichten, und Textilien gehören zur ersten Welle des geplanten digitalen Produktpasses. Zugleich hat die EU ihre Lieferkettenrichtlinie 2026 abgeschwächt und die Umsetzungsfrist auf 2028 verschoben, in Deutschland ist die Berichtspflicht des Lieferkettengesetzes bereits ausgesetzt.
